Wahl des Studierendenparlaments 2026

Die Liste Links kandidiert als Liste Nr. 9
(per Auslosung festgestellt).

Ausgerechnet der Papst!
Ein bemerkenswerter Indikator
Große Selbstdarstellung

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Große Selbstdarstellung

Ausgerechnet der Papst!
Ein bemerkenswerter Indikator

Machtkampf

„Donald Trump hat so viele Tabus gebrochen. Da könnte man meinen: Was ist schon die persönliche Diffamierung eines Papstes oder die eigene Darstellung als Jesus Christus, wenn NATO-Austritt, Grönlandbesetzung und Zivilisationsvernichtung zur Debatte standen? Peinlich und geschmacklos, mehr nicht. Aber das würde zu kurz greifen. Der amerikanische Präsident dokumentiert damit so deutlich wie nie zuvor, dass er selbst vor religiösen Autoritäten und Gefühlen keinen Respekt hat. Das ist nicht nur für Katholiken noch einmal eine neue Dimension.“

Thomas Jansen, „Gegen den Papst ist Trump machtlos“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 15.4.2026, S. 1. (Leitkommentar)

 

Stein des Anstoßes

„Leo XIV. hatte in seinen Predigten seit Ostern öffentlich und namentlich einer Gebetsvigil [„Nachtwache“ am Abend vor Ostern] am Samstagabend im Petersdom eindringlich ein Ende der Kriege gefordert. ›Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!‹ sagte der Papst auf dem Petersplatz vor 11.000 Gläubigen. Außerdem prangerte er die fortwährenden Verletzungen des Völkerrechts‹ an. Zuvor hatte der Papst, ohne den Präsidenten oder sein Heimatland die USA zu erwähnen, die Menschen aufgefordert, sie sollten sich mit ihrem Friedenswunsch an ihre ›Kongressabgeordneten‹ wenden. Die Drohung Trumps, er werde im Krieg gegen Iran ›eine ganze Zivilisation auslöschen‹, sollte Teheran nicht zu Kompromissen bereit sein, nannte der Papst ›inakzeptabel‹.“

Matthias Rüb, „Trump rechnet ab“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 14.4.2026, S. 5.

 

Hinweis

„Deren Stellung gering erscheint
Wenn man sie ansieht
Das sind
Die Mächtigen von morgen
Die deiner bedürfen, die
Sollen die Macht haben.“

Bertolt Brecht, „Über die Bauart langdauernder Werke“, 1929.

 

Weitreichende Gültigkeit

„Wenn du die Kunst genießen willst, mußt du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluß auf andre Menschen ausüben willst, mußt du ein wirklich anregend und fördernd auf andre Menschen wirkender Mensch sein.“

Karl Marx, „Ökonomisch-philosophische Manuskripte“, 1844, Marx-Engels-Werke (MEW), Ergänzungsband 1, S. 567.

Bücher

„Wenn der Mensch
von den Umständen
gebildet wird, so muß
man die Umstände
menschlich bilden.“

Karl Marx/Friedrich Engels,
„Die heilige Familie“
1844/45, MEW 2, S.138.

Eine weltweite Kontroverse. Für diesen erstaunlichen Vorgang lassen wir einmal beiseite: die Kreuzzüge, die Hexenverbrennung, den Ablaßhandel, die seichte Stellung zu den Nazis, die Geschäfte mit der Mafia, die Kindesmißhandlungen, die Heuchelei. Auch das ist katholisch.

Im positiven Unterschied dazu fällt deutlich ins globale Gewicht, wenn sich der Erste Vorsitzende einer internationalen Glaubensgemeinschaft von 1,4 Milliarden Menschen gegen den Krieg, für das Völkerrecht, gegen brutale Machtpolitik und riesige Geschäftemacherei ausspricht und die Menschen in den USA auffordert, den Kongressabgeordneten ihren Friedenswunsch mitzuteilen.

(By the way: Der Papst ist in sein hohes Amt gewählt worden, obwohl er in den USA beheimatet ist!)

Nun zeigt sich mehr und mehr, daß Krieg, Gewalt, Rassismus, Lügen und soziale Repression im Ganzen unpopulär sind.

Diese erfreuliche Tendenz geht ganz gewiß darauf zurück, wie sehr und mehr sich in vielen Ländern Widerstand gegen diesen Wahnsinn mit Methode entwickelt.

Der Mensch ist eben doch ein gesellschaftliches (sozial, politisch und kulturell) Wesen und mehrheitlich nicht an seiner Bedrängung, Einschränkung oder gar an seinem Untergang interessiert. Frei, gleich und solidarisch bleibt unaustilgbar in Erinnerung. Wo wären wir, wenn das nicht immer wieder von Bedeutung gewesen wäre?

Diese Bedeutung ist wieder neu zu gewinnen.

Die Wissenschaften bieten bestenfalls dafür Erinnerungen, Erkenntnisse und bewegende Anregungen.

Der Bildungsbereich (Kitas, Schulen, Weiterbildung) macht – entwicklungsfördernd – professionell freundlich darauf aufmerksam.

Die Künste zeigen ein Menschenbild, welches uns zeigt, wie sehr es ringend anders geht.

Die Museen zeigen uns unsere Geschichte, die, menschengemacht, auch Großes hervorbringt und nicht fatalistisch verlaufen muß.

Die Theater bringen eine nachdenklich machende und nachahmenswerte Lebendigkeit auf die Bühnen.

Die Medizin erkennt den gesellschaftlichen Menschen neu und verwahrt sich gegen den Kriegsdienst.

Die Verantwortlichen für Wegebau und Gebäude halten inne und denken – für längere Frist – konsequent über die wirklichen gemeinsamen Bedürfnisse nach.

Gewiß: Diese Reihung ist idealtypisch, entspricht aber den Möglichkeiten und eigentlichen Bedürfnissen der menschlichen Gemeinschaft.

Die Hochschulen können und sollten sich gesteigert diesen vernünftigen Anliegen widmen und so neuen Schwung entwickeln.

Insgesamt wird dadurch auch das katholische Oberhaupt zu erweiterter Triftigkeit herausgefordert.

Die Legionen der Rationalität mehren sich. Die Persönlichkeiten wachsen mit.

Jakobinersperling